Das war’s noch nicht

Eigentlich hätte es ein durchaus nettes Mittagsvergnügen werden können nach der weiten Anfahrt bis Ingolstadt. Strahlender Sonnenschein und ein ausgesprochen guter Platz erwarteten die recht zahlreich angereisten Zuschauer. Zur Verwunderung der Gäste brachte ein Sprecher mit Musik und einer äußerst freundlichen Begrüßung kurz vor Anpfiff der Begegnung ein bisher unbekanntes Ambiente auf den Sportplatz. Als dann noch die Namen der Spieler durch die Lautsprecher angekündigt wurden, war es der DJK endgültig gelungen, so etwas wie Profiatmosphäre beim Match der BOL-Ligisten zu erzeugen. Soweit der nette Teil der Reise.

Leider ging es nicht so angenehm weiter. Die starken Gastgeber aus Ingolstadt hatten sich für eine im Prinzip defensive Strategie entschieden, griffen die Garchinger erst an der Mittellinie an und setzten nach der Balleroberung auf ihre schnellen Spitzen. Die Gäste taten sich mit der massiven Abwehr ziemlich schwer, zumal in der ersten halben Stunde die Außen nur mäßig ins Spiel kamen und, wenn es doch einmal gelang, sie in der Mitte keinen Abnehmer für ihre Flanken fanden. Aus dem Mittelfeld heraus kam viel zu wenig, die weiten Pässe auf die Sturmspitze wurden von der Abwehr meist leicht abgefangen.

Entscheidend kam hinzu, dass Teile der Verteidigung in diesem Match nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Beim 1:0 für die Gastgeber machte es die Abwehr dem Ingolstädter Spieler viel zu leicht, der nach einem kleinen Haken frei aufs Tor zulaufen und nach einer knappen halben Stunde mühelos einschießen konnte. Als ob es den Gastgebern peinlich gewesen wäre, dass man sie so leicht hatte in Führung gehen lassen, revanchierte sich der Torhüter gleich anschließend, indem er dem Garchinger Stürmer den Ball so präsentierte, dass der nur einzuschießen brauchte. Fast mit dem Halbzeitpfiff knallte dann ein satter Fernschuss an den Ingolstädter Querbalken, der durchaus geeignet gewesen wäre, das Führungstor für die Gäste zu erzielen.

Aber hätte und wäre – mit 1:1 ging es in die Kabine, und jedem Zuschauer war klar, dass das Spiel der Gäste durchaus verbesserungswürdig und -fähig war. Die zweite Halbzeit hatte kaum angefangen, als der Schiedsrichter auf einen Freistoß für Ingolstadt fast von der Mittellinie entschied. Der auf die rechte Seite des Gästestrafraums geschlagenen Ball schien eine Ewigkeit unterwegs zu sein – trotzdem ließ es die wie angewurzelt wirkende Verteidigung zu, dass ein Ingolstädter Stürmer seelenruhig und völlig ungestört zum Kopfball hochsteigen und erneut die Ingolstädter Führung erzielen konnte. Garching bemühte sich um den Ausgleich, die Außen kamen nun besser zum Zuge, aber eine klare Linie und eine verbesserte Spielstrategie waren nicht zu erkennen. Als dann die Gastgeber den dritten Treffer erzielten, schien die Sache entschieden. Doch Garching kam wieder zurück: Mit einer großen Energieleistung, mit technischem Geschick und vor allem mit einem unbändigen Willen brachte ein Stürmer mit dem Anschlusstreffer die Gäste wieder heran. Die Hoffnung währte jedoch nicht lange, denn wiederum ging die DJK durch einen abgefälschten Ball in Führung. Zwar konnte ein eingewechselter Mittelfeldspieler kurz vor Schluss noch den dritten Garchinger Treffer erzielen, doch trotz des inzwischen übermächtigen Garchinger Drucks passierte danach nichts mehr.

Wie gesagt, es hätte ein Sonntagmittagsvergügen werden können, denn die DJK Ingolstadt erwies sich zwar als starker Gegner, aber keiner, der nicht schlagbar gewesen wäre. Das Garchinger Team verharrte zum Leidwesen der Zuschauer in den bekannten Schwächen aus den ersten beiden Spielen und die Einwechslungen kamen zu spät, um noch Wesentliches zu verändern. Alle Mannschaftsteile dürfen sich da an die eigene Nase fassen, und es bleibt zu hoffen, dass es Trainern und Spielern gelingt, in den nächsten beiden Wochen eine Mannschaft zu formen, die wieder zu der alten Stärke zurückfindet, mit der sie in den Vorbereitungsspielen viel Freude gemacht hat.