Langer Sonntag
Man kann der Garchinger U15 wohl kaum nachsagen, dass sie nicht ausreichend testet. Für Spieler und Eltern begann dieser Fußballsonntag bereits um zehn mit der Vorbereitung auf das Match gegen Waldeck-Obermenzing. Dann erlebten Spieler, Trainer und Zuschauer gute 70 Minuten lang eine kräfteraubende Begegnung, bevor Mittagessen und Regeneration anstand, und um siebzehn Uhr stand bereits die nächste Aufgabe an: Die 45 Minuten lange Videoanalyse eines der letzten Testspiele fiel nach Aussagen von Spielern auf fruchtbaren Boden, bevor der Schiedsrichter Punkt sechs das Spiel gegen den ASV Dachau anpfiff. Als derselbe dann gegen halb acht abpfiff, goss es in Strömen, was dem einen oder anderen Beteiligten einen recht unangenehm-feuchten Nachhauseweg bescherte. Langeweile konnte also an diesem Tag wohl kaum aufkommen.

U15 – SV Waldeck-Obermenzing 0:1 (0:1)
Zu späte Leistungssteigerung
Ein Spiel der C-Junioren dauert 70 Minuten, An diesem Sonntagvormittag waren das ein paar Minuten zu wenig für die U15 des VfR Garching, deren Druck auf das Obermenzinger Tor immer stärker wurde, je länger die Begegnung dauerte.
Doch von vorne. Beide Teams begannen nervös, aber im Unterschied zu Garching gelang es Obermenzing schnell, diese Spielweise abzulegen. Während die Gäste immer besser ins Spiel kamen, erfolgreich kombinierten und Ball und Gegner laufen ließen, taten sich die Garchinger ungewohnt schwer: Abspielfehler folgte auf Abspielfehler, technische Fehler bei der Ballannahme verhinderten immer wieder geordnete Angriffe. Die Außen rieben sich in Zweikämpfen auf und blieben zwangsläufig erfolglos, da sie kein geeignetes Anspiel fanden. Der Versuch, steil in die Spitze zu spielen, scheiterte immer wieder an der mangelnden Präzision der Garchinger Aktionen.
Obermenzing hatte während der ersten 35 Minuten keinerlei Probleme mit den unkonzentrierten Garchingern und konnte nach einer Ecke eine Viertelstunde nach Anpfiff per Kopfball in Führung gehen. Danach spielten sie zunächst überlegen weiter, kontrollierten das Spiel, ohne jedoch torgefährlich zu werden. Garching reagierte statt zu agieren, so dass die Gästeführung zur Pause durchaus dem Spielgeschehen entsprach.
Die zweite Hälfte zeigte ein völlig verändertes Gesicht: Plötzlich fanden die Pässe der Gastgeber Abnehmer im eigenen Team, das Spiel nach vorne funktionierte jetzt. Obermenzing wurde in die eigene Hälfte zurückgedrängt und die wenigen Vorstöße von der jetzt stabilen Abwehr souverän abgefangen. Der Garchinger Druck wurde immer stärker, von der anfänglichen Obermenzinger Souveränität war nichts mehr zu sehen. Trotz allen Anrennens auf das Gästetor gelang es jedoch nicht, den Ball im Tor unterzubringen und die Niederlage zu verhindern.
Es wäre müßig, darüber zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn Garching alle Kräfte an Bord gehabt hätte. Tatsächlich fehlte den Hausherren eine ganze Reihe von Leistungsträgern, die gewöhnlich in der Lage sind, ein solches Spiel zu beherrschen. Dennoch: Auch die Jungs, die auf dem Platz standen, hätten in der Lage sein sollen, das Match für sich zu entscheiden. Fast hätte es ja geklappt, und zumindest ein Unentschieden wäre aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte verdient gewesen.

U15 – ASV Dachau 4:1 (3:1)
Versöhnlicher Ausklang
Sonntag 18.00 Uhr. Der angedrohte Dauerregen ließ noch auf sich warten, als der Schiedsrichter die Partie zwischen dem ASV Dachau und der Garchinger U15 anpfiff. Neben den üblichen Gästen war auch eine nicht unbeträchtliche Zahl an Zuschauern aus dem benachbarten Dachau angereist, um ihr Team kräftig zu unterstützten.
Die Gastgeber störte das wenig. Im Gegenteil: Von Anfang an legten sie los wie die Feuerwehr, von Müdigkeit nach dem vormittäglichen Spiel war zunächst nichts zu sehen. Fünf Minuten lang sahen die Gäste gegen die hochmotivierte Heimmannschaft kein Land, dann starteten sie ihren allerersten Angriff. Und der hatte es in sich. Die Garchinger Abwehr war noch nicht ganz formiert, und so stand es zur Überraschung aller plötzlich 0:1. Böse Ahnungen beschlichen die Zuschauer: Sollte es etwa so weitergehen, wie die zweite Hälfte am Vormittag geendet hatte, mit Dauerbeschuss der Hausherren, der letztendlich vergeblich war?
Die Enttäuschung währte nicht lange, genauer gesagt, gerade mal drei Minuten. Die Gastgeber holten tief Luft, schüttelten sich kurz und bereiteten den Gegenschlag vor. Dass beim Ausgleichstreffer der Gästetorhüter eine tragische Rolle spielte, tut nichts zur Sache, denn das Tor war zu diesem Zeitpunkt einfach fällig. Dabei wollten es die Garchinger jedoch nicht belassen. Angriff über Angriff rollte Richtung Dachauer Strafraum, so dass das 2:1 eine logische Folge der Übermacht der Hausherren war. Mit einem sehenswerten, genau platzierten Schuss nach einer schnellen Drehung vollendete einer der auffälligeren Akteure des Teams einen Angriff und leitete damit den Sieg ein. Als dann nach einer Einzelleistung der dritte Treffer fiel, schien das Match gelaufen.
Doch nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte bot sich ein verändertes Bild. Dass die offensichtliche Übermacht der ersten 35 Minuten perdu war, lag sicherlich nicht an dem nun einsetzenden Dauerregen, sondern hatte zwei andere ausschlaggebende Gründe: Erstens zeigten sich die Dachauer jetzt mutiger, setzten bereits im Strafraum der Garchinger auf Forechecking und bereiteten letzteren mit der inzwischen aggressiveren Spielweise immer wieder Schwierigkeiten. Zum anderen machte sich jetzt deutlich die Anstrengung nach eineinhalb Spielen besonders bei den Akteuren geltend, die schon am Vormittag kräftig geackert und gerackert hatten. Ihr Spiel wurde zusehends unpräziser, Ballverluste durch Fehlpässe brachten die Gäste immer wieder ins Spiel, so dass der Garchinger Torwart zwei Mal bravourös retten musste. Aber auch im Dachauer Strafraum brannte es hin und wieder lichterloh.
So verlief die zweite Hälfte des Spiels alles in allem ausgeglichen. Beide Teams erspielten sich Chancen. Dachau wurde ein indirekter Freistoß aus circa acht Metern zugesprochen, der von der sich mutig in den Schuss stürzenden Abwehr geblockt wurde. Dann, kurz vor Ende der Partie, legte sich der überragende Abwehrspieler der Gastgeber in aller Ruhe den Ball für einen Garchinger Freistoß aus etwa 18 Metern zurecht, begutachtete die Mauer, die die Dachauer gebildet hatten, lief an und haute den Ball mit einer solchen Wucht ins linke Tordreieck, dass dem Goalkeeper Hören und Sehen verging.
Nach diesem bravourösen Treffer, der einen würdigen Abschluss des langen und zuletzt doch sehr nassen Fußballtags bildete, war Schluss, und nicht nur die tapferen Spieler konnten endlich in den verspäteten Feierabend aufbrechen.