Gut gemacht, Jungs!

Der Kirchheimer SC steht zu Recht ganz oben in der Tabelle der Bezirksoberliga 1, so die Meinung aller, die die Mannschaft in letzter Zeit beobachten konnten. Bei ihrem Gastspiel an der Schleißheimer Straße zeigte dieses Team zuletzt wieder einmal, dass es sich bei den jungen Akteuren um ausgezeichnete Fußballer handelt, die jedem Gegner schwer zu schaffen machen können. Trotzdem: Gegen die U15 des VfR Garching standen sie bis kurz vor Spielschluss am Rande einer Niederlage, und nur durch einen Treffer aus einer klaren Abseitsposition gelang es ihnen, mit einem glücklichen Unentschieden die kurze Heimreise anzutreten. Das sagt sehr viel über die an diesem Tag großartige Leistung der Heimmannschaft, die dem Gegner so gut wie keine Torchance gestattete. Kurz gesagt: In diesem Match zeigten die Garchinger endlich wieder einmal, wie gut sie Fußball spielen können.

Die erste Hälfte lässt sich vielleicht am besten als eine Art Abnützungsschlacht auf beiden Seiten bezeichnen. Kirchheim kombinierte gefällig und ungeheuer ballsicher auf technisch hohem Niveau, Garching hielt nicht nur kämpferisch dagegen. Das eine oder andere Mal gelang es den Gastgebern, per Steilpass in die Lücken der Abwehr vorzustoßen und die Sturmspitzen in torgefährliche Situationen zu bringen, die nur ganz knapp vom rechtzeitig herauslaufenden Torhüter geklärt werden konnten. Auf der anderen Seite sorgten der Kopfball eines Gästestürmers und eine großartige Parade des Garchinger Schlussmannes für einen Schreckensmoment bei den mit dem Heimteam sympathisierenden Zuschauern. Beide Abwehrreihen, tatkräftig unterstützt durch das besonders bei Garching ausgezeichnet nach hinten arbeitende Mittelfeld, beherrschten das Match und ließen auf beiden Seiten zunächst nur wenig Gefährliches zu. Das torlose Unentschieden zur Halbzeit entsprach konsequenterweise völlig dem Spielgeschehen, wobei sich in den letzten Minuten der ersten Hälfte bereits eine leichte Überlegenheit der Hausherren andeutete.

Die zweite Hälfte, soviel sei vorweggenommen, gehörte eindeutig der Garchinger U15. Was sich zuvor abgezeichnet hatte, wurde jetzt immer deutlicher: Die Gastgeber entwickelten nun einen immer stärker werdenden Druck auf das gegnerische Tor, so dass es keine Überraschung war, dass nach einem schönen Spielzug der Führungstreffer fiel. Garching ließ nicht locker, die Stürmer tauchten nun immer wieder gefährlich im Kirchheimer Strafraum auf und hätten nach einer sogenannten „Hundertprozentigen“, die mit etwas weniger Pech die Zwei-Tore-Führung bedeutet hätte, das Match entscheiden können. Stattdessen traf der Schuss nur den linken Torpfosten und bestätigte wieder einmal den vermaledeiten Umstand, dass die Garchinger in dieser Saison wahrlich nicht vom Glück verfolgt wurden. Dann kam kurz vor Ende der Partie, was nicht hätte kommen dürfen, nämlich der Ausgleichstreffer aus der bereits erwähnten Abseitsposition, die der nicht immer souverän leitende Schiedsrichter nicht ahndete. Kurz darauf war Schluss.

Vielleicht lässt sich das Match am augenscheinlichsten durch zwei Momentaufnahmen charakterisieren. Während sich die Kirchheimer nach dem Ausgleichstor wie frisch gebackene Weltmeister freudestrahlend und lauthals jubelnd in den Armen lagen, saßen viele Spieler des VfR nach dem Abpfiff betroffen am Boden, denn das Unentschieden, das sich für die Gäste offensichtlich wie ein Sieg anfühlte, begriffen die Jungs der Heimmannschaft wie eine Niederlage.

Man kann jetzt trefflich über die nach Ansicht vieler Beobachter unnötig verlorenen Punkte in den letzten Partien jammern und sich mit viel „wäre“ und „hätte“ einen Platz ganz oben in der Tabelle ausmalen. Aber das ist Schnee von gestern und Fußball ist kein Wunschkonzert. Zukunftsweisend ist dagegen die große Leistung, die die Garchinger an diesem Wochenende erbracht haben. Mit einer solch stabilen, robusten und aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr, tatkräftig und diszipliniert unterstützt von dem clever agierenden Mittelfeld und einer Angriffsformation, die sich trotz der gegnerischen starken Verteidigung immer wieder in Szene setzen konnte, müssen sich Verantwortliche und Beobachter keine Sorgen um die Zukunft des Teams machen.