Verschenkte Punkte

An der Vorbereitung der Garchinger U 15 lag‘s ganz bestimmt nicht: Drei Mal pro Woche wurde intensiv und diszipliniert trainiert, die Mannschaft absolvierte gegen hochklassige Gegner an jedem Wochenende meist zwei, einmal sogar drei Testspiele, die zum allergrößten Teil klar gewonnen wurden Zuletzt ging es nach Österreich ins Trainingscamp, wo das Team den letzten Schliff erhielt und das sowohl bei den Spielern als auch bei den Trainern ungeteilte Begeisterung, beste Stimmung und ganz viel Motivation auslöste. Besser, so die einhellige Meinung aller Beobachter, konnte eine Vorbereitung auf die Saison in der Bezirksoberliga kaum laufen.

Woran lag es also, dass das Garchinger Team trotz des von Anfang an überlegen geführten Spiels zwei Punkte liegen ließ? Den ungewohnten Kunstrasen kann man dafür getrost ebenso wenig verantwortlich machen wie die eher durchwachsene Leistung des Unparteiischen. Die Antwort ist einfach: Die clever spielenden Hausherren machten in der ersten Hälfte aus drei Torschüssen zwei Treffer. Die Garchinger schossen eineinhalb Dutzend Mal aufs Tor und trafen dabei immer wieder den gegnerischen Goalkeeper, der sich nicht einmal besonders anstrengen musste, um die Schüsse abzuwehren.

Die sonst zu Recht hochgelobte Garchinger Abwehr zog es nach zehn Minuten Spielzeit vor, am eigenen Strafraum zum Dribbling anzusetzen, statt den Ball einfach mal wegzuschlagen, auch wenn eine solche Aktion nicht unbedingt elegant wirkt und zum Szenenbeifall animiert. Die Folge waren absolut vermeidbare Ballverluste und die daraus leicht gemachten Traunsteiner Treffer. Alle Versuche auf der anderen Seite, während der ersten 35 Minuten das Anschlusstor zu erzielen, liefen aufgrund der schon angesprochenen Abschlussschwäche, aber auch wegen einer wenig überzeugenden Rolle des Mittelfelds im Spiel nach vorne ins Leere. Teilweise haarsträubende Fehlpässe, wie man sie in keinem der Testspiele sehen musste, zeugten von der an diesem Tag fehlenden Konzentration der Akteure und der daraus resultierenden mangelnden Präzision.

So ging es mit dem Rückstand in die Pause. Garching kam zurück, drückte erneut auf das Traunsteiner Tor, erspielte sich wiederum reichlich Chancen, bis endlich durch einen gezielten Schuss von links der Knoten platzte. Zehn Minuten und eine Reihe ausgelassener Möglichkeiten später zappelte der Ball nach einem Schuss von rechts zum Ausgleich im Netz. Spätestens jetzt waren der Garchinger Heißhunger und die berechtigte Hoffnung auf den Sieg geweckt, doch die letzte gefährliche Situation im Match, als ein Gästestürmer zum Entsetzen der mitgereisten Zuschauer das Spielgerät aus knapp einem Meter an den Pfosten lenkte, machte noch einmal klar, dass an diesem Tag kein Blumentopf zu gewinnen war.

Man kann es den glücklichen Traunsteinern, die es verstanden, ihre Mittel ausgezeichnet einzusetzen, nicht verübeln, dass sie bereits von Anfang der zweiten Halbzeit an auf Zeit spielten, um den besonders gegen Ende der Begegnung immer stärker werdenden Garchinger Druck aufzufangen. Zum anderen lässt sich den Gästen in Sachen Willen zum Sieg keinen Vorwurf machen. 70 Minuten lang spielten sie überlegen und ließen die Gastgeber nach deren beiden Toren nicht mehr ins Spiel kommen – letztlich reichte es doch nur noch zu einem enttäuschenden Unentschieden.

Das, so die einhellige Meinung aller Beteiligten, soll in den nächsten Spielen besser werden. Die Hoffnung ist berechtigt, denn die Garchinger U 15 hat in fast sämtlichen Testspielen gezeigt, dass alle ihre Mannschaftsteile dieses Spiel viel besser beherrschen, als sie es heute gezeigt haben.