DFI Aibling – U15 0:5 (0:2)
Die BOL kann kommen

Beim DFI Bad Aibling handelt es sich um ein Internat, das Kinder ab der vierten Klasse zu einem nicht unerheblichen Jahresbeitrag, der leicht das Jahresbruttoeinkommen einer Vollzeitverkäuferin übersteigt, beherbergt und ausbildet. Daneben verfügt die Schule über einen eigenen Fußballausbildungsverein, in dem die meisten Schüler des Internats das Fußballspielen erlernen und, soweit wie möglich, die oberen Ligen dominieren sollen. Diese Mannschaft des DFI, mit der es die Garchinger Jungs zu tun bekamen, wird in der nächsten Saison ein direkter Ligakonkurrent der Garchinger U15 sein, sodass man an diesem Sonntag schon mal einen Vorgeschmack auf das erleben konnte, was in der BOL auf unsere Buben zukommen wird.
Und diese Vorwegnahme eines Ligaspiels machte richtig gute Laune. Die zum Teil auch jüngeren sympathischen Fußballspieler des DFI waren während des gesamten Spiels unseren Jungs hoffnungslos unterlegen. Ein Beispiel für die Dominanz: Während des gesamten Spiels kam der vereinsamte Garchinger Goalkeeper handgezählte ganze fünf Mal in Ballbesitz, vier Mal nach Rückpässen der eigenen Vorderleute, die sich ab und an erinnerten, dass sie noch einen hinter sich stehen hatten. Einmal galt es tatsächlich, ein gegnerisches Schüsschen zu halten, und zwar nach dem einzigen Torabschluss der Gastgeber während der gesamten Begegnung.
Auf der anderen Seite wirbelte ein konzentrierter VfR Garching, der den Gegner besonders während der ersten Halbzeit in dessen Hälfte festnagelte. Meist verloren die Aiblinger durch gelungenes Forechecking den Ball bereits wieder in der eigenen Abwehrreihe. Garching kombinierte, produzierte eine Torchance nach der anderen, konnte aber zunächst den Ball nicht im Netz unterbringen. Ein bisschen Pech war auch dabei: Fernschüsse, Kopfbälle nach Eckstößen und Schüsse nach herausgespielten Kombinationen verfehlten nur knapp ihr Ziel. Dann, endlich, als außer den Trainern nur noch wenige Anhänger der Gäste daran glaubten, dass ihre Zöglinge auch mal ins Netz treffen konnten, fielen gegen Ende der ersten Halbzeit die langersehnten und längst überfälligen zwei Treffer, mit denen es in die Pause ging.
Die Überlegenheit der Garchinger in der ersten Hälfte hielt auch in der zweiten an, doch ging stellenweise die Konzentration etwas verloren und manche gute Gelegenheit wurde durch aufkommenden Eigensinn verspielt, sodass es „nur“ noch zu drei weiteren Treffern kam. Die DFI-Spieler versuchten nun ab und an, mit Steilpässen zu kontern, scheiterten jedoch an der aufmerksamen Garchinger Abwehr, die jeden dieser angreifenden Spieler souverän ablief. Teilweise erinnerte das Spiel jetzt an die Geschichte vom Hasen und dem Igel, in der das Stacheltier immer schon da war, als Meister Lampe atemlos ankam.
Trotz der Unterlegenheit der Heimmannschaft kam es zu Recht zu keiner gelben Karte, was vor allem für den unaufgeregt und sicher leitenden Schiedsrichter, aber auch für die fair spielenden und, wie gesagt, netten und sympathischen Jungs des DFI spricht. Garching war Herr im fremden Hause und genoss sichtlich den souveränen Sieg, während sich die Internatsspieler möglicherweise an das vom Verein ausgegebene hintersinnige Motto „Fußballspielen lernt man durch Fußball spielen“ erinnert haben, der sich mit dieser höchst überraschenden Weisheit ein Sprachdenkmal der eigenen Art gesetzt hat, das selbst bekanntermaßen kritische Zeitgenossen zutiefst beeindruckt und ungewohnt sprachlos zurücklässt.
Dieser Sieg tut angesichts der vergangenen Schlappe gegen Heimstetten allen Beteiligten richtig gut, weil er einerseits zeigt, dass die U15 das Gewinnen nicht verlernt hat und zum anderen für die BOL gut gerüstet ist. Weiter so, Jungs!

U15 – SV Heimstetten 0:5 (0:3)
Viel Luft nach oben

Es war der 25.10.2020, als die damalige Garchinger U14 gegen den SV Heimstetten ihr letztes Spiel austrug, bevor der bfv der Saison ein Ende setzte. Diese letzte Partie war auch gleichzeitig die schwierigste. Einige von uns erinnern sich noch: Lediglich zwanzig Minuten hatten die Zuschauer damals den Eindruck, dass Garching das Match in den Griff bekommen könnte. Am Ende stand ein schwer erkämpftes 1:1 Unentschieden, das den Garchingern den Platz vor Heimstetten und damit die Chance zum Aufstieg in die Bezirksoberliga sicherte. Das für Samstag angesetzte Testspiel bot nun für beide Seiten die Gelegenheit zur Revanche. Doch Garching war gewarnt: Die letzten Testspielergebnisse der Heimstettener ließen jedenfalls nicht den Eindruck zu, dass dieses Match zu einem Spaziergang für die Gastgeber werden könnte.
Die Erwartung trog nicht: Innerhalb der ersten Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das zunächst im Wesentlichen in der Heimstettener Hälfte stattfand. Garching zeigte zunächst ein leichtes optisches Übergewicht, ohne jedoch in irgendeiner Weise gefährlich zu wirken. Doch dann konnten die Zuschauer verfolgen, wie sich die Abwehrreihe der Gäste von Minute zu Minute weiter nach vorne schob und der Druck auf das Garchinger Tor immer stärker wurde. Heimstetten kombinierte jetzt meisterlich, ließ die Gastgeber ins Leere laufen, war immer schneller am Ball, fand ständig einen Abnehmer für ihre Pässe und dominierte ab Minute zehn die Begegnung. Garching konnte dem Druck nichts mehr entgegensetzen und so kam es, wie es kommen musste: Innerhalb von wenigen Minuten leistete sich die Abwehr zwei fatale Fehler, die die konzentrierten Angreifer ohne große Mühe zu Treffern nutzen konnten. Doch noch war genug Zeit, um den 0:2 Rückstand aufzuholen. Dazu hätten die Garchinger Jungs allerdings ihre Spielweise radikal ändern müssen. Stattdessen konnten sie mit ansehen, wie das Gästeteam äußerst gepflegten Jugendfußball zelebrierte und nach einer weiteren schlechten Garchinger Abwehrleistung den dritten Treffer erzielte.
Das Match war gelaufen, dachte nun der eine oder andere Zuschauer der Heimmannschaft, konnte jedoch gegen Ende der ersten Hälfte mit Erstaunen und einem Anflug von Hoffnung registrieren, wie sich das Garchinger Spiel verbesserte. Endlich entwickelte sich ein Angriffsspiel, die Außen konnten sich nun immer öfter durchsetzen und Flanken nach innen schlagen und dem Mittelfeld gelang es, das eine oder andere Mal die Stürmer in Szene zu setzen. Drei, vier Eckbälle brachten Gefahr fürs Gästetor, bevor der Unparteiische zur Pause pfiff.
Die letzen Minuten hatte den Garchinger Zuschauern nicht ganz unberechtigte Hoffnung auf eine Trendwende im Spiel gemacht. Umso enttäuschter waren sie, als sich nach der Pause das aus der ersten Hälfte bekannte traurige Szenario fortsetzte. Auch die vielen Auswechslungen auf beiden Seiten konnten nicht verhindern, dass Heimstetten das Match problemlos beherrschte und Garching mehr schlecht als recht reagierte. Die Tore vier und fünf waren wiederum keine Werbung für die Abwehr der Hausherren. Insgesamt fiel das Ergebnis am Ende vielleicht ein Tor zu hoch aus, der Sieg der Gäste war jedoch hochverdient.
Dabei kann im Nachhinein niemand behaupten, dass sich die Garchinger Jungs nicht angestrengt und zu wenig Siegeswillen entwickelt hätten, sieben gelbe Karten, die der gute Schiedsrichter an beide Seiten verteilte, zeugten von der großen Kampfbereitschaft. Sie hatten einfach – so etwas gibt es beim Fußball – einen rabenschwarzen Tag. Heimstetten dagegen zeigte alles, was guten Fußball ausmacht: Kombinations- und Ballsicherheit, technische Reife und Zweikampfstärke. Kein Wunder, dass dieses Team zuvor Waldeck/Obermenzing, den Zweiten der Kreisliga II, mit 9:0 und den Bundesligisten der Spielvereinigung Unterhaching mit 3:0 nach Hause geschickt hatte. Insofern sei eine Prognose erlaubt: Das Heimstettener Team wird, wenn es in dieser Formation zusammenbleibt, bald ganz oben anklopfen.
Die Garchinger Trainer mussten bei diesem Spiel feststellen, dass die Mannschaft noch nicht über die Reife verfügt, die man gerne sehen würde. Daran wird in nächster Zeit zu arbeiten sein und den Garchinger Buben bleibt jetzt nur, diese bittere Niederlage so schnell wie möglich abzuschütteln und es beim nächsten Gegner, der in knapp 24 Stunden bereit steht, besser zu machen.
Doch Stopp: Ein Sieg ist trotzdem zu vermelden, ein Sieg, der zwar nur am grünen Tisch erzielt wurde, der aber dennoch einen großen Einfluss auf die Zukunft der Garchinger U15 hat. Das vom Bayerischen Fußballverband anberaumte Losverfahren zum Aufstieg in die Bezirksoberliga fiel zugunsten unserer Jungs aus. Die Arbeit der letzten Saison hat sich also ausgezahlt. Alle Garchinger Jungs herhören: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg und Kopf und Daumen hoch für ein erfolgreiches Auftreten in der BOL in der nächsten Saison!