Am Ostermontag zeigte unsere erste Mannschaft, dass es eine wahre Tragödie wäre, wenn die Finanzierung der Regionalliga-Saison 2017/18 nicht gelingen würde.  Mit einer Gala-Vorstellung und viel Herzblut demontierte die Weber-Elf den favorisierten 1. FC Schweinfurt und gewann absolut Souverän mit 2:0.  Die Tore erzielten Georg Ball und Manuel Eisgruber.

Doch der Reihe nach.  260 Zuschauer hatten trotz des Osterfeiertags den Weg ins Stadion am See gefunden und sahen direkt ab dem Anpfiff eine äußerst unterhaltsame Partie.  Wer an diesem Tag im Stadion war, der sah eine Partie zum Zunge schnalzen.  Die Schwarz-Weißen begannen äußerst aggressiv, ließen dem Gegner keinen Millimeter Raum und pressten früh.  In Ballbesitz ging es von Anfang an schnell nach vorne und vor allem die Außen Mario Staudigl und der immer wieder mit nach vorne arbeitende Daniel Suck gaben den Schweinfurtern rätsel auf.  Schon in der fünften Spielminute der wurde es erstmals gefährlich.  Der Schuss von Top-Torschütze Manuel Eisgruber stellte aber kein größeres Problem für Keeper Paulus dar.

Gegen Ende der ersten Viertelstunde dann die einzig wirklich gefährliche Phase der sonst völlig derangierten Schweinfurter.  Zunächst entwischte nach einem schnell ausgeführte Freistoß Steffen Krautschneider, scheiterte aber am herauseilenden Daniel Maus.

Der VfR-Keeper stand kurz darauf wieder im Mittelpunkt, als er nach einem Eckball mit einer Weltklasse-Parade einen Gäste-Kopfball parierte.  Es folgte eine slapstick-reife Reihe von Torversuchen der Grün-Weißen.  Drei Mal in Folge versuchten sie, den immer wieder im Strafraum frei gewordenen Ball in die Garchinger Maschen zu befördern.  Drei Mal rettete das Aluminium zusammen mit diversen Abwehr-Beinen für unsere Mannen.

Kein Grund für unsere Jungs, sich einschüchtern zu lassen.  Immer wieder rollte die Angriffsmaschine in Richtung Schweinfurter Kiste.  In der 23. Minute dann die Belohnung für die leidenschaftliche Spielweise.  Georg Ball kam kurz nach der Mittellinie ans Leder und machte das, was man in Garching eben macht, wenn der gegnerische Schlussmann zu weit vor seinem Kasten steht.  Er schaute auf, nahm Maß und hob die Kugel mit sehr viel Gefühl aus gut und gerne 35 Metern über den bemitleidenswerten David Paulus hinweg in die Maschen.  Garching eins, Schweinfurt null, danke, bitte, weiter so!

Und sie machten so weiter.  Kapitän Dennis Niebauer begann mit seinem persönlichen Chancen-Feuerwerk, das erst spät in der zweiten Halbzeit enden würde.  Nach einer halben Stunde Spielzeit wurde er von Giovanni Goia bedient, zwei Schweinfurter Verteidiger rutschten Weg und unsere Nummer zehn zog ab.  Der eben noch düpierte David Paulus brauchte eine Glanzparade um sein Team im Spiel zu halten.

Kurz vor dem Pausenpfiff Teil zwei der Inszenierung von Dennis gegen David in fünf Akten.  Diesmal von Niebauer selbst erarbeitet, der das Spielgerät im Strafraum eroberte und mutterseelenallein auf den Schlussmann zusteuerte.  Reflex Paulus, Ecke, wieder nix.

Zum psychologisch betrachtet idealen Zeitpunkt schlug dann die Stunde vom „Iceman“ Manuel Eisgruber.  Katastrophen-Fehler in der Schnüdel-Abwehr, Eisi kommt frei auf halb rechts an den Ball und wieder im Mittelpunkt der inzwischen gut warmgeschossene Paulus.  Diesmal war es sich aber wohl nicht sicher, ob er eingreifen sollte, oder nicht und rutschte beim Herauslaufen aus.  Unserem 14-Tore-Mann sollte man solche Geschenke nicht machen.  Ein kurzer Schlenzer und das Runde lag im Eckigen.  Zwei zu null, Pausentee!

Gästecoach Gerd Klaus hatte die Schnauze gewaltig voll und wechselte spontan dreifach aus.  Vielleicht zu viel des Guten, denn die Truppe aus Unterfranken brach nun in der Defensive völlig auseinander.  Garching setzte Konter nach Belieben und es beliebte ganz schön oft.

Dennis gegen David – der dritte Akt eröffnete den Reigen an Groß-Chancen der Hausherren.  Niebauer wieder alleine vor dem Tor, dieses Mal verhinderte die Querlatte ein Happy-End für den Kapitän des VfR.

Nach einer etwas besseren Viertelstunde des 1.FC aus Schweinfurt mit einer recht guten Chance und noch besserer Abwehr durch den scheidenden Daniel Maus der nächste Auftritt der Garchinger Nummer zehn.  Sein Bruder Mike Niebauer hatte sich über rechts durchgearbeitet, Goalie Paulus bereits umkurvt und dann in die Mitte gespielt, doch auch im vierten Anlauf kein Grund zu jubeln.  Dennis Niebauers Schuss wurde von einem Abwehrbein geblockt.

Zeit für andere, sich an einem weiteren Treffer für die hoch-überlegenen Garchinger zu versuchen.  Mario Staudigl machte den Anfang, lief alleine auf’s Tor zu, verfehlte dieses aber haarscharf.  Auch den hätte man ruhig mal machen können.

Nicht weniger frei vor der Schweinfurter Bude gleich danach „Iceman“ Eisgruber.  Der Keeper war bereits umspielt, aber wieder einmal verhinderte ein Verteidiger mit letzter Kraft den Todesstoß zum 3:0.

Es sollte nicht seine letzte Gelegenheit bleiben.  Die weit aufgerückten Gäste unterließen schon längst alle Defensiv-Aufgaben und der VfR machte eigentlich alles richtig.  Ein langer Ball nach dem anderen überforderte den Gegner und führte zu gewaltigen Möglichkeiten.  Oliver Hauck, der den fleißigen Mario Staudigl ersetzte, kam auf rechts zur Flanke, fand den völlig blank stehenden Eisgruber, der aber offensichtlich wie seine Kollegen das 2:0 für vollkommen ausreichend hielt und Paulus den Ball sanft in die Arme köpfte.

Die heute recht leidenschaftlich anfeuernden Fans trauten ihren Augen kaum, welche Quantität an qualitativ absurd guten Chancen die VfR-Jungs so liegen ließen.  Und es war ja noch lange nicht Schluss.  Schweinfurt ließ jeden Mal versuchen.  Der Flankengeber von gerade eben dufte in der 75. Minute mal ran und vier Minuten später gleich noch mal.  Tore? Fehlanzeige.

Und Dennis gegen David?  Richtig der fünfte Akt fehlt ja noch.  Hauck wieder über rechts, Niebauer in der Mitte und…  wieder nichts.  Der einzige Sieger in grün hieß heute David Paulus und zwar mit einem klaren 5:0 über den Garchinger Spielführer.

Wäre der tapfere Schlussmann nicht gewesen – na gut und eine Menge Glück, Unvermögen der Garchinger im Abschluss und aufopferungsvoll grätschende Verteidiger – der VfR hätte hier gut und gerne ein Schützenfest von sechs, sieben oder acht zu null abfeiern können.

Im Nachhinein gesehen wahrscheinlich egal, der Aufsteiger wird sportlich nicht absteigen, da müsste es schon richtig blöd kommen, denn mit 40 Punkten auf dem Konto und zehn Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz wird es am Ende hoffentlich nicht auf das Torverhältnis ankommen.

Bleibt den Zuschauern für den tollen Support zu danken und zu hoffen, dass alle, die dieses Wahnsinns-Spiel gesehen haben, nächstes Mal wiederkommen und bis dahin allen erzählen, wo es packenden Fußball zu sehen gibt.  Spätestens nämlich am 6. Mai um 13 Uhr im Stadion am See.