Am vergangenen Samstag tat die Regionalliga-Truppe des VfR endlich auch einmal im heimischen Seestadion das, was „on the Road“ schon fast zur Regel geworden ist – sie gewann.  Es war kein schöner Sieg, aber das 2:1 gegen den inzwischen auf dem vorletzten Tabellenplatz angekommenen SV Seligenporten war immens wichtig, schließlich war man in den Reihen der Garchinger schon beinahe ratlos gewesen, warum die Auswärtskönige in Schwarz und Weiß (5 Spiele – 5 Siege) in der Heimtabelle völlig sieglos die rote Laterne mit sich herumtrugen.

Trainer Daniel Weber hatte im Vorlauf der Partie dann doch einen Grund ausgemacht, warum seine Mannen offensichtlich in der Heimat noch nicht die Ernte für die teilweise recht ansprechenden Leistungen einfahren konnte.  Seiner Meinung nach lag es schlicht und ergreifend daran, dass sein Team zu viel gewollt, sich nicht an die ausgefeilten Matchpläne der Auswärtsspiele gehalten und die nicht nötige Geduld an den Tag gelegt habe.

„Den ersten Heimdreier“ erwarte er ganz klar, so die Ansage vor dem Match und offensichtlich sollte es die Auswärts-Taktik gegen die bisher in der Ferne völlig erfolglosen Seligenportener richten.

Zunächst aber legten die Hausherren los wie die Feuerwehr!  In der vierten Spielminute der erste ernstzunehmende Freistoß und gleich der erste Aluminiumtreffer.  Nur eine Minute später klappte es dann besser.  Kapitän Dennis Niebauer trat aus deutlich über 20 Metern an und schlenzte das Leder frech in den linken Winkel.  Garching eins – Seligenporten null.  Nicht nur SVS-Keeper Sebastian Kolbe hatte wohl mit einer Flanke gerechnet.  Unser Capo hatte am Vorabend seinen 30. Geburtstag auf der Wiens gefeiert.  Ob er sich die ein oder andere Ziel-Maß gegönnt hat, ist allerdings nicht überliefert.  Wenn ja, hat’s wohl geholfen.

Dann kam das, was Weber wohl gefordert hatte, als er seine Jungs auf das Spiel einschwor.  Mit der Führung im Rücken wurden die Angriffsbemühungen so ziemlich eingestellt, dem Gegner das Spielfeld weitestgehend überlassen, Konter sollten das Mittel zum Erfolg werden.  Warum auch nicht?  In fremden Stadien funktioniert diese Taktik ja auch bestens.

Die Oberpfälzer übernahmen vor 290 Fans an einem traumhaft schönen Fußballnachmittag mehr und mehr die Kontrolle.  Nach 20 Minuten dann auch die erste Gelegenheit für die Gäste, doch Kai Fritz im Garchinger Kasten war auf dem Posten.  Zehn Minuten danach eine sehenswerte Kombination der Seligenportener in rot und weiß, doch wieder hatte Fritz aufgepasst.  In der Nachspielzeit von Durchgang eins – unsere Kicker wähnten sich wohl schon beim Pausentee – wurde es ärgerlich.  Der starke Links-Außen Mario Staudigl soll im eigenen Strafraum nach einer Flanke seinen Gegner regelwidrig getroffen haben.  Strafstoß – Tor – Abpfiff.  Pausenführung vergeigt.  Weber quittierte dieses Geschenk an den Gegner mit nur einem Wort…

Auch nach dem Seitenwechsel machten die Schwarz-Weißen stoisch so weiter, wie in der ersten Halbzeit.  Seligenporten kombinierte und durfte sich Ballanteile sichern, der VfR mit gelegentlichen Entlastungsangriffen und ein paar brauchbaren Standards.  Eine Großchance des SVS vereitelten in Minuten 50 Goalie Fritz und Innenverteidiger Meyer in Personalunion.  Mit knapp 20 Minuten Restlaufzeit auf der Uhr schlug es dann ein im Gehäuse der Garchinger. Referee Potemkin entschied auf Abseits.  Gäste-Coach und Ex-Bundesliga-Profi Roger Prinzen war sichtlich entsetzt, das Heimteam von diesem kurzen Schock-Moment hingegen offensichtlich wachgerüttelt.  Ab nun ging es in Richtung des Sechzehners der Roten.  Zwei dicke Möglichkeiten erspielte sich unser Team in dieser Phase und zweimal scheiterte Torschütze und Geburtstagskind Niebauer denkbar knapp.

Der letzte Aufreger des Nachmittags entschied die Partie allerdings und bescherte doch noch den verdienten Doppelpack für den heute bockstarken Dennis Niebauer.  Der eingewechselte Emre Tunc war allein auf dem Weg zum gegnerischen Tor gefällt worden, der fällige Elfmeter reine Formsache.  83. Minute – Garching zwei – Seligenporten eins.

Dass sich die etwas ruppig auftretenden Gäste in Person von Fotios Katidis noch einen Platzverweis wegen wiederholten Foulspiels abholten, eine Randnotiz.  Der erste Heimdreier war im Kasten und der VfR grüßt von Tabellenposition drei.  Ein beachtliches Zwischenbild.

Am kommenden Samstag gilt es, in Ingolstadt die makellose Auswärtsserie zu verteidigen bevor am Dienstag, den 3. Oktober die Zweite des Clubs aus Nürnberg im Seestadion vorstellig wird.  Wir freuen uns über reichlich Unterstützung durch hoffentlich viele Fans.