Nach längerer Zeit mal wieder so ein Spiel, bei dem vorher alles klar scheint, währenddessen nichts klappt und hinterher keine weiß, wie es passieren konnte. Der VfR mit enttäuschender Leistung und ohne Chance auf einen Punktgewinn in Eichstätt.

Ursachenforschung

Für die einen sind es Ausreden, für den anderen Erklärungen. Ein Freitagabend-Spiel – auch bei relativ kurzer Anreise – hat einen anderen Charakter, als ein Samstagnachmittag-Spiel. Es ist ein Unterschied, ob man ausgeruht am Spielort eintrifft oder ob man zuvor im Büro saß und seiner eigentlichen Arbeit nachkommen musste. Ein stumpfer holpriger Rasen benötigt eine andere Herangehensweise, als ein frisch bewässerter Rasen-Teppich. Und da hilft es nicht, wenn man vorher darüber gesprochen hat… man muss die richtige Einstellung dann eben auch  auf den Rasen bekommen. Die Erfolge der Vorwoche(n) sind Schnee von gestern. Ein Pokalspiel ein paar Tage später ist Zukunftsmusik. “Wichtig ist auf dem Platz!” und genau hier konnte das Weber-Team in Eichstätt weder die richtige Einstellung, noch den notwendigen Biss erkennen lassen. Am Ende steht man mit hängenden Köpfen auf dem Spielfeld und ist der Häme der gegnerischen Anhänger schutzlos ausgeliefert.

Vorzeichen

In Eichstätt standen sich vergangenen Freitag zwei Mannschaften gegenüber, die nach sechs Spieltagen neun bzw. zehn Punkte auf der Haben-Seite verbuchen konnten. In der Vorsaison ging jeweils die Heimmannschaft als Sieger vom Feld. Während das letzte Aufeinandertreffen verhältnismäßig reibungslos über die Bühne ging, war die Begegnung vor ca. einem Jahr – ebenfalls in Eichstätt – eine, die sich bei den Altmühltalern ins Gedächtnis gefräst haben muss. Zumindest die abschließende Pressekonferenz, auf der VfR Coach Weber seinem Unmut freien Lauf ließ. Dieser betraf Spielfeld und Spielweise des Gegners. Die Worte des Gästetrainers hatten derart Wucht, dass Daniel Weber seither ein “rotes Tuch” für alle Eichstätter darstellt. Entsprechend “herzlich” wurde der VfR erwartet und empfangen.

Spielverlauf

Während der VfB Eichstätt im Vorjahr mit großer Körperlichkeit,  langen Bällen und überschaubarer Spielkultur agierte, so standen die schwarz-weißen in der jüngsten Begegnung einem spielerisch stark verbesserten Gegner gegenüber. Von Beginn an hatte der Gastgeber die Zügel in der Hand und bestimmte den Spielverlauf nach belieben. Dabei machte es sich das Team um Kapitän Dennis Niebauer das Leben aber oftmals selbst schwer. War der Trainer in der Vorwoche noch davon überzeugt, dass seinem Team “das aufwändige Spiel wieder Freude bereite”, so musste er sich in Eichstätt eines besseren belehren lassen. Laufbereitschaft und Spielverständnis fehlten in den ersten 45 Minuten nahezu vollständig und es war erneut Maxi Engl zu verdanken, dass Halbzeit eins ohne Gegentor überstanden werden konnte. Entsprechend deutlich waren die Worte des Trainers in der Halbzeitpause.

In Hälfte zwei nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Der aus Pipinsried ins Altmühltal gewechselte Atdhedon Lushi schloss einen schnell vorgetragenen Angriff der Hausherren humorlos und trocken ab. Nur sieben Minuten später ein überraschender Elfmeterpfiff des unsicher agierenden Schiedsrichters. Er selbst hatte – trotz guter Sicht zum Geschehen und wie vermutlich alle mitgereisten Garchinger – kein strafwürdiges Vergehen erkannt. Sein Linienrichter hingegen wohl schon und so ertönte der fragwürdige Pfiff ca. 3 Sekunden nachdem der Eichstätter Stürmer nach einem Rempler zu Boden ging. Dieses Geschenk nahm die Heimmannschaft gerne an und erhöhte durch ihren besten – Marcel Schelle – auf 2:0.

Als acht Minuten später, Mario Staudigl die Kugel mit einem sehenswerten Gewaltschuss von der linken 5-Meter-Linie in den kurzen Winkel hämmerte keimte bei den Gästen sogar noch einmal Hoffnung auf. Eine Punkteteilung wäre aber bei diesem Spiel keine ausgleichende Gerechtigkeit, sondern ein mehr als glücklicher Punktgewinn für Garching gewesen. Dieses Glück hätte sich die gesamte Mannschaft heute hart und leidenschaftlich erarbeiten müssen. Nachdem das nicht gelang, war der 3:1 Siegtreffer in der 90. Spielminute die logische Folge des Auftritts der Münchner Vorstädter. Auch über eine höhere Niederlage hätte man sich heute nicht beklagen dürfen.

Nebenschauplatz

Das Spiel in Eichstätt war für Neuzugang Tim Sulmer der erste Auftritt im VfR-Trikot. Leider ein sehr kurzer. Mit der Sekunde seiner Einwechslung in der 63. Spielminute wollte er allen zeigen, dass er in Burghausen völlig zu Unrecht keine Einsatzzeiten mehr bekam. Mit zu viel Motivation und reichlich Übereifer startete er sein Debüt und brachte schnell den Schiedsrichter gegen sich auf. Vermutlich wäre jeder andere Spieler in jener Situation, in der Tim nach nur 18 Minuten mit gelb-rot wieder vom Platz musste, einfach ermahnt worden. Nur leistete sich Garchings Neuzugang bis dahin einfach schon zu viele Undiszipliniertheiten, als dass der Unparteiische bei einem Allerweltsfoul noch ein Auge hätte zudrücken können…

Fazit

Jedes Spiel ist anders und jede Niederlage schmerzt. Wenn man aber selbst die eigenen “Pferdestärken” nicht auf den Platz bekommt, darf man sich auch nicht beschweren, wenn es am Ende nichts zu holen gibt. Darüber hinaus ist Eichstätt einfach kein Ort, an dem der VfR gewinnen kann. Trainer Daniel Weber meinte nach dem Spiel, auch er hätte zu seiner aktiven Zeit Spielstätten erlebt, an denen das Kicken einfach keine Spaß mache und er die notwendige Motivation nicht aufbringen konnte. Wollen wir hoffen, dass diese Vorzeichen auch in dieser Saison in überschaubarer Anzahl bleiben.

Die beiden nächsten Begegnungen werden für alle Garchinger genügend Anlass zur Eigenmotivation geben. Am Dienstag zunächst das Pokal-Heimspiel gegen die SpVgg Unteraching und nur fünf Tage später kommt der nächste Hochkaräter, der FC Bayern München II, ins Garmin-Stadion am See nach Garching. Zwei Highlights in kurzer Folge. Da sollte im Anschluss die Niederlage in Eichstätt lange vergessen sein.

Regionalliga Bayern – Saison 2018/19 – 8. Spieltag

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