Der VfR Garching muss sich dieser Tage andauernd neu orientieren. Die Ziele verschieben sich von Spiel zu Spiel, weil es bei Schwarz-Weiß gerade läuft wie am Schnürchen. Man konnte sich zumindest bis zur Partie gegen Unterföhring noch ganz gut am Hauptziel, dem Klassenerhalt, orientieren. Bis zum Aufeinandertreffen mit Buchbach war dann ein neuer Vereinsrekord im Visier, nämlich in einer Regionalliga-Saison über 46 Punkte zu erzielen. Nun ist auch an diese Vorgabe ein Haken gemacht. Was nimmt sich die Crew von Daniel Weber also nun vor für die letzten Spiele der Erfolgssaison 2017/18?

Coach Weber ließ sich bei der Pressekonferenz nach dem Heimsieg am Dienstag nicht lange bitten und formulierte das finale Saisonziel. Zunächst noch zaghaft, forderte er die 50 Punkte-Marke zu knacken und den Fans noch das ein oder andere schöne Spiel zu zeigen. Doch nach dieser zarten Formulierung folgte sein eigentlicher Wunsch umgehend. Best of the rest, oder klarer ausgedrückt, die beste Amateur-Mannschaft in Bayern will der VfR werden. Und aktuell sieht es auch gar nicht schlecht aus mit des Trainers Traum. Stand heute belegt der VfR Garching den 6. Tabellenplatz, hinter lauter Teams, die unter Profibedingungen arbeiten.

Einer dieser Vereine ist am Samstag im Seestadion zu Gast. Der 1.FC Schweinfurt hatte vor der Saison eine Neuausrichtung gewagt und auf Profi-Betrieb umgestellt. Ziel: Die Meisterschaft und eventuell der Aufstieg in die Dritte Liga. Man ruderte schnell zurück, als klar wurde, dass mit dem TSV 1860 München ein Über-Favorit zur Liga stoßen würde, bedauerte und revidierte die hohen Ansprüche etwas enttäuscht. Gut dabei sind die Schnüdel aber trotzdem, belegen Platz drei in der Tabelle, eine Position, an der sich wohl auch nicht mehr viel ändern wird, weder nach oben, noch nach unten. Der Tabellenzweite, der FC Bayern, ist ebenso sieben Punkte entfernt, wie auf anderer Seite der 1.FC Nürnberg.

Als Gegner für unsere Garchinger sind die Unterfranken natürlich, vor allem auf dem Papier, ein gewaltiges Brett, ein ausgewachsener Gegner mit starken Individualisten und hohen Ansprüchen. Betrachtet man aber die Statistik seit der ersten Regionalliga-Zugehörigkeit unserer Jungs, steht es nach Begegnungen 4:1 und zwar für uns. Bis zur Niederlage in der diesjährigen Vorrunde setzte es eine glatte Serie von vier Siegen in Folge. Nur das 0:3 im vergangenen Jahr trübt die Bilanz minimal.

Man darf also gespannt sein, was Daniel Weber sich für Samstag ausgedacht hat und wie er seine Truppe präsentiert. In den Wochen nach dem Klassenerhalt setzte der Erfolgscoach ja vermehrt auf Alternativen in der Aufstellung und bewies auch gegen Buchbach wieder ein glückliches Händchen, als er mit Emre Tunc den Doppeltorschützen und Mann des Tages in die Startelf beförderte.

In jedem Fall dürfen die Fans wieder ein attraktives Spiel der Heimelf erwarten und hoffen, ähnlich schönen Fußball mit ebenso viel Spaß-Faktor wie am vergangenen Dienstag in Halbzeit eins zu erleben. Die Mannschaft jedenfalls freut sich über viel Unterstützung im Stadion am See.