Im dritten Aufeinandertreffen, die dritte Niederlage. Der VfR Garching verliert mit 1:2 bei unbequemen Eichstättern und hat erstmals mehr Niederlagen, als Siege auf dem Konto. 

20 Minuten sind zu wenig für ein ganzes Spiel

Nach der deutlichen Niederlage in Schweinfurt am Spieltag zuvor, hatte sich die Weber-Elf für das Spiel beim Aufsteiger aus Eichstätt einiges vorgenommen. Erneut konnte Trainer Daniel Weber nicht aus dem Vollen schöpfen. Neu auf der Verletztenliste nunmehr der dritte Kapitän, Mike Niebauer. Die Gesichtsverletzung aus dem Schweinfurt-Spiel ließ diese Woche noch keinen Einsatz zu. So führte erstmals unsere “treue Seele” Michael Weicker die Mannschaft auf das Spielfeld.

Trotz der namhaften Ausfälle und der vielen angeschlagenen Spieler, schafften es die Gäste, sich früh ein Übergewicht zu erspielen. Die Analyse des Trainerteams hat wohl gepasst. Selbstbewusst und überzeugt von der eigenen Spielidee gingen die Schwarz-Weißen vom Anpfiff weg in die Offensive und wussten durch schnell vorgetragene Angriffe zu gefallen.

Früh wurde aber auch klar, dass sich die Hausherren – die nach sieben sieglosen Spielen mit dem Rücken zur Wand standen – ebenfalls viel vorgenommen hatten. Nicht direkt in Sachen Fußballspielen, auf jeden Fall aber im Unterbinden jeglicher Garchinger Angriffsbemühungen. Das war aber nicht die einzige Widrigkeit, mit der die Gäste zu kämpfen hatten. Neben dem “schlechtesten Platz in der Regionalliga” (O-Ton Daniel Weber), waren auch die Ausläufer des Sturmtiefs “Herwart” im Stadion deutlich zu verspüren. Der Wind blies immer wieder kräftig und böig durch das offene Stadion. Dadurch spielte eine Mannschaft mit Rückenwind und die andere mit Gegenwind. Garching begann mit Gegenwind.

Nach ca. 20 Minuten machten sich die genannten Umstände bemerkbar. Hatte man bis dahin das Gefühl “heute brennt nichts an!” oder “das ist wird ein 3er!”, so drehte sich urplötzlich das Spiel in eine komplett andere Richtung.

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Eichstätt bekommt Zugriff auf das Spiel

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes… Im Grunde wurden sämtliche Garchinger Angriffsversuche frühzeitig unterbunden. Es gab gefühlt mehr Pfiffe des Schiedsrichters, als Pässe zum Mitspieler. Daniel Weber meinte nach dem Spiel, so wolle er nicht Fußballspielen lassen. Lieber steige er ab, als dass er von seiner Mannschaft diesen Fußball sehen wolle.

Was er damit meinte, war die mehr als rustikale Gangart der Hausherren. Was sie spielerisch nicht im Stande sind auf den Platz zu bringen, machen sie durch ihre Physis wett. Ohne Rücksicht auf Verluste. Über 90 Minuten war Hauptleitragender Garchings Nr. 8, Orkun Tugbay. Er konnte einem in diesem Spiel wirklich leid tun. Er war derjenige, der auf Garchinger Seite immer wieder versuchte, Struktur ins Spiel zu bekommen. Der stets im Mittelfeld anspielbar war und offensichtlich von Eichstätt auch als “Tackling-Opfer” auserkoren wurde. Die vielen Foulspiele führten letztlich zu einem unansehnlichen Fußballspiel.

Es fehlte an Spielfluss und an Ideen, gegen die vorhandenen Widrigkeiten anzukämpfen. Das führte dazu, dass urplötzlich die Hausherren zu mehr Spielanteilen kamen. Und das dann auch gleich noch im Minutentakt.

In der 26. Spielminute der erste Warnschuss, als ein Eichstätter Stürmer zum Abschluss kommt. Zum Glück nur ans Außennetz. 28. Spielminute: Nach einem langen Abschlag des Eichstätter Torhüters läuft plötzlich die Nr. 10 allein auf Garchings Torhüter Kai Fritz. Dieser kann in letzter Sekunde den Ball abwehren. Wieder nur zwei Minuten später erzielt Eichstätt sogar ein Tor. Glücklicherweise aus einer Abseitsposition. Der Eichstätter Tor-Jingle begann schon zu spielen, aber das Tor zählte nicht.

Doppelschlag vor der Halbzeitpause

In der 35. Spielminute war das Garchinger Glück dann aufgebraucht. Nach einer Ecke landete der Ball im 5-Meter-Raum. Keiner der sechs Garchinger Abwehrspieler fühlte sich für Eichstätts Nr. 16 zuständig und so konnte dieser unbedrängt zum 1:0 einköpfen. Dieses Abwehrverhalten kannte man aus dem Unterföhring-Spiel. Da allerdings auf der anderen Seite.

So ärgerlich und unnötig wie der erste, so schön und unhaltbar war der zweite Treffer des Tages. Leider erneut durch die Hausherren. Ein direkter Freistoß aus ca. 30 Metern landete unhaltbar im rechten Kreuzeck. Es war die 45. Spielminute und somit ging es wenig später zum Pausentee. Trainer Daniel Weber meinte nach dem Spiel, dass die beiden Gegentreffer nach Standardsituationen für das Spiel bezeichnend waren. Aus dem Spiel heraus wäre, seiner Ansicht nach, nichts passiert. Umso ärgerlicher fand er, dass dem Freistoß eine eher zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung vorausging. Er hätte ein Foul in die andere Richtung gesehen.

Der späte Anschlusstreffer

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Halbzeitpause. Garching hatte nun Rückenwind und wollte diesen auch nutzen. Die erste Halbzeit muss aber so viele “Körner” gekostet haben, dass man diesen Vorteil im Spiel nicht wirklich merkte. Eichstätt agierte weiterhin “hoch und weit” und darüber hinaus hart am Mann, aber dem VfR wollte nicht wirklich viel gelingen. Ein richtiger Sturmlauf, den man nach einem 0:2 vielleicht erwartet hätte, blieb aus.

Nun machte sich auch das Fehlen einiger Führungsspieler bemerkbar. Es mühten sich alle Garchinger nach Kräften. Nur das reichte heute einfach nicht, um gegen den kampfstarken Gegner anzukommen. Es hätte hier deutlich mehr gebraucht, als die Mannschaft zu leisten im Stande war. Der Anschlusstreffer gelang erst nach einer gefühlten Ewigkeit.

Nach schöner Vorarbeit durch Manuel Eisgruber gelang Mario Staudigl in der 70. Minute das einzige Garchinger Erfolgserlebnis in dieser Partie. Es folgte noch ein wildes Anrennen auf das Eichstätter Tor. Ein Treffer wollte aber nicht mehr gelingen.

Man muss dieses Spiel nicht unnötig lange gut reden oder schlecht machen. Es waren schlichtweg keine schönen 90 Minuten. Weder das Vollführte, noch das Ergebnis konnte die frierenden Garchinger Fans erwärmen. Daniel Weber stellte sich trotz allem nach dem Spiel völlig zu Recht vor seine Mannschaft. Er weiß am besten, wie das Spiel einzuschätzen ist. Daher ist ihm auch nicht bange um sein Team. Wenn auch gerade eine schwierige Phase zu bestehen sei, so gäbe es dafür ausreichend belegbare Gründe und Erklärungen, so der zuversichtliche Trainer.

Nach wie vor zählt für den VfR Garching nur der Klassenerhalt. Der Blick auf die Tabelle zeigt die Schwarz-Weißen nach wie vor über dem Strich. Und dass ist unter dem Strich auch das positive Fazit des 18. Spieltags.

Kommenden Dienstag wird die Hinrunde mit dem Heimspiel gegen den FC Pipinsried abgeschlossen. Damit im weiteren Verlauf der Saison kein unnötiger Druck aufkommt, wären drei Punkte gegen die Aufsteiger sicher Balsam für die geschundenen Garchinger Fußballer-Seelen.

Bilder vom Spiel

Nächste Begegnung

VfR Garching vs. FC Pipinsried

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