…leider auch vorne.

Es ist wie verhext, der VfR kann nur noch Null hinten und Null vorne.  Seit drei Wochen spielt der VfR Null zu Null, egal gegen welchen Gegner.

So positiv zu vermerken ist, dass die Abwehr – auch und vor allem dank Goalie Maximilian Engl – steht wie eine Eins und die Gegner sich reihenweise die Zähne ausbeißen, so frustrierend ist die Tatsache, dass es dem VfR seit Wochen nicht gelingt, den Ball auch mal ins gegnerische Tor zu befördern.

Premiere gegen Aschaffenburg

Am Samstag nahm die Crew von Daniel Weber den nächsten Anlauf gegen den durchaus präsenten Aufsteiger Viktoria Aschaffenburg.  Die Unterfranken haben den höchsten Altersschnitt der Liga und traten in Garching mit einer spürbaren Ruhe auf.  Auch dahingehend, dass die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz kein besonderes Interesse zeigte, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Das taten – vor allem in den ersten 30 Minuten – die Schwarz-Weißen.  Weber muss seine Truppe richtig heiß gemacht haben, denn die Jungs rannten um ihr Leben.  Und das sah für die 247 Zuschauen im Garmin Stadion am See richtig gut aus.  Die Einstellung stimmte, kein Zweikampf wurde verloren gegeben, der Druck auf den Gegner war hoch, oft wurde gedoppelt und hoch gepresst.  Und so machte die Viktoria auch Fehler.  Gleich zu Anfang in Form eines Fouls, gute 20 Meter vor dem eigenen Gehäuse.  Capo Dennis Niebauer trat zum fälligen Freistoß an und zwirbelte das Runde leider nicht ins, sondern nur seitlich ans Eckige.  Das war knapp.

Flaute im Strafraum

Leider war das auch so ziemlich die einzige Gelegenheit, die die 1921er in Durchgang eins aus ihrer Überlegenheit generieren konnten.  Darüber hinaus gab es wenig Zählbares.  Dafür viel Dominanz im Mittelfeld, viele lange Diagonalbälle, die so gut wie nie ihr Ziel fanden und kaum sinnvolle Aktionen in Richtung Strafraum.  Aber – und das scheint eine neue Stärke des Teams aus Garching zu sein – auch der Gegner kam kaum zu Gelegenheiten.  Lediglich in einer Szene hatte die Verteidigung der Hausherren einen Tiefschlaf-Moment und es brauchte viel Glück und noch mehr gegnerisches Unvermögen, um den ersten Gegentreffer zu verhindern.

Nach dem Seitenwechsel zeichnete sich ab, was bei dem hohen Tempo der Anfangsphase zu befürchten war, Garching nahm das Tempo ein wenig raus und agierte mehr und mehr mit langen Bällen auf die Flügel, die nur selten einen Abnehmer fanden.  Die Gäste hatten nun etwas mehr vom Spiel, aber letztlich auch keine besonders gute Idee, wie man sich in Richtung des gegnerischen Tores durcharbeiten sollte.  Und so kam es in den letzten 45 Minuten eigentlich nur zu drei nennenswerten Szenen.  Die Gäste tauchten zwei Mal recht alleine vor der Garchinger Lebensversicherung – Maximilian Engl – auf und der Super-Keeper der Garchinger parierte erstklassig.  Ganz am Ende wurde Orkun Tugbay im 16er durch einen Gegner die Lippe blutig gehauen.  Warum der sonst sehr souveräne Schiedsrichter hier nicht für nötig befand, einen Strafstoß zu pfeifen, dürfte für immer sein Geheimnis bleiben.

Über dem Strich bleiben

Am Ende geht die Punkteteilung absolut in Ordnung und der VfR aus Garching muss nun in Augsburg beweisen, dass er nicht nur Tore verhindern, sondern auch eigene erzielen kann.  Ein Dreier könnte in den aktuellen Wochen der Wahrheit jedenfalls nicht schaden, um das Polster auf die Abstiegszone wieder etwas komfortabler zu gestalten.