Michael Weicker hat es geschafft: trotz aller Rückschläge steht er nach harten Monaten wieder im Kader der Garchinger A-Mannschaft und fühlt sich fit für die kommende Rückrunde. Hier verrät er uns, woher er die Willenskraft und Disziplin für sein sportliches Comeback nimmt.

Im Spiel der Bayernliga 2014 gegen Burghausen passiert es das erste Mal. Der damals 23-jährige Mittelfeldspieler bleibt unglücklich im Rasen hängen und zieht sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Es folgen eine OP, 3 Wochen an Krücken und circa 8 Monate Pause. Damals hat er nicht den Hauch eines Zweifels, dass er wieder in die Mannschaft zurückkehren wird. „Eine heftige Verletzung hat fast jeder Fußballer in seiner Karriere einmal!“ denkt er sich und ist nach der Pause auch schnell wieder voll im Training. Zwar spürt er selbst, dass er noch nicht bei seiner früheren Leistungsfähigkeit angekommen ist, dennoch bekommt er seine Einsätze in der Regionalliga. Es beginnt gerade wieder richtig gut anzulaufen. Da kommt der nächste Rückschlag: nach einem unglücklichen Zweikampf erleidet er erneut einen Kreuzbandriss im rechten Knie. „Da war ich dann erstmal richtig down! Gerade weil ich genau wusste, was auf mich zukommt!“ Dazu kam, dass zwei behandelnde Ärzte ihm davon abgeraten haben, weiter auf diesem Niveau Fußball zu spielen. Folgeschäden und das Karierende stehen im Raum. Doch der ehrgeizige Garchinger holt sich einen dritten ärztlichen Rat ein und bekommt nach einer dritten OP am Knie grünes Licht. „Wenn ich es wirklich will, dann geht das auch mit diesen Verletzungen hat mir Prof. Dr. Mayr vom deutschen Skiverband gesagt!“ Und Michael Weicker wollte. Mit viel Disziplin und Ehrgeiz macht er seine Physio, ging Laufen und Radeln. Um nicht ganz abstinent vom Fußball zu sein, arbeitet er knapp ein Jahr lang bei den Bayern als Co-Trainer der U17 Mädchen Bundesligamannschaft und gewinnt dadurch eine neue Sicht auf das Spiel. Was ihm aber wirklich gezeigt hat, wie sehr er es will, waren auch die harten Stunden auf der Tribüne. „Natürlich hab ich der Mannschaft ihren wahnsinnigen Erfolg voll gegönnt – aber genau dabei nur zuschauen zu können, das war eine richtige Qual für mich.“ Geholfen hat ihm natürlich auch der Rückhalt der Mannschaft und des Trainers Daniel Weber, den der Mittelfeldpieler schon seit Jugendtagen kennt. „Deswegen musste ich auch keine Angst haben, dass der Trainer mich nach den langen Verletzungspausen irgendwann nicht mehr erkennt!“ Ein weiterer Motivationsschub für den 25-jährigen ist, dass er genau weiß, wie stolz seine Eltern und Großeltern immer auf ihn sind, wenn spielt. „Das möchte ich eben wieder erleben!“ Sehr wahrscheinlich wird es auch nur eine kurze Zeit dauern, bis Michael Weicker sein Comeback bei einem Regionalligaspiel feiern kann. „ Ich will auf keinen Fall eine Verletzung entscheiden lassen, wann Schluss ist mit Fußball! Ganz im Gegenteil! Ich will es mir und allen anderen beweisen, dass es nochmal geht!“