Diese englische Woche hat es für die Regionalliga-Elf des VfR Garching wahrlich in sich.   Am Tag der Deutschen Einheit setzte es im zweiten Spiel der Woche auch gleich die zweite Niederlage.  Nach der bitteren und verdienten Niederlage gegen den FC Ingolstadt II folgte ein nicht minder bitterer, aber nicht ganz so verdienter Dämpfer gegen die Reserve des 1. FC Nürnberg.

Dabei waren die Rahmenbedingungen erst einmal gar nicht so schlecht.  Die Jungendabteilung hatte ihre Mitglieder aufgerufen, am Feiertag doch mal ins Stadion zu gehen, um den Herren zu zeigen, dass sie ganz viel Rückhalt im eigenen Verein finden.  Und diese Demonstration gelang eindrucksvoll.  Die halbe Tribüne im Seestadion war vom lautstarken Nachwuchs in Schwarz und Weiß gefüllt und die „Generation VfR“ gab Gas.  Vor allem in der zweiten Halbzeit rissen die Sprechchöre nicht ab und die tendenziell eher ruhigen VfR-Anhänger staunten nicht schlecht über kreisende Schals und stimmgewaltigen Support am Zaun.  Danke Mädels und Jungs, Euch brauchen wir öfter!

Sogar das Wetter hatte ein Einsehen, der vormittägliche Regen zog weiter und ein sonniger Herbsttag bot beste Bedingungen für den nächsten Heimerfolg.  Daniel Weber hatte sein Team im Vorfeld etwas umgestellt und zunächst Beton angerührt, um die „schnellen jungen Offensiv-Spieler mit den guten Laufwegen“ in den Griff zu bekommen.  So baute er auf eine Dreierkette mit Florian Meyer, Florian Pflügler und Silas Göpfert, beorderte Daniel Suck vom Außenverteidiger-Posten neben Mike Niebauer auf die Doppel-Sechs und ließ sogar den sonst recht offensiven Mario Staudigl gewaltig mit nach hinten arbeiten.

So viel Rotation sorgte gleich zu Beginn der Partie für Lücken in der Abstimmung.  Gleich nach drei Minuten fühlte sich niemand so recht für einen langen Ball der Nürnberger und seinen Abnehmer Philipp Herscher verantwortlich.  Kai Fritz im Tor sprang in letzter Sekunde ein und verhinderte im Eins-zu-eins Schlimmeres.  Vier Minuten später köpfte Mike Niebauer einen Eckball an den Innenpfosten.  Glücklicherweise, denn sein Ziel befand sich auf der falschen Spielfeldseite.  Nach Viertelstundenfrist war Erik Engelhardt für die Clubberer auf und davon.  Florian Pflügler fand aber es wäre noch nicht die Zeit für einen Rückstand, rettete großartig per Fluggrätsche in allerhöchster Not.

Verheimlichen wollten wir aber auch nicht, dass die Schwarz-Weißen ebenfalls ihre Chance hatten.  Mario Staudigl servierte von rechts aus flach auf den flinken Emre Tunc.  Leider war FCN-Keeper Johannes Kreidl flinker und klärte gerade noch rechtzeitig.

In der Folge wurde das Spiel zerfahrener und es häuften sich die Abspielfehler, vor allem im Spielaufbau.  Eben eine solche Einladung nutzen die Franken in Minute 31.  Simon Rhein schnappte sich das freigewordene Leder, legte seinem Kollegen Manuel Feil vor und der hatte aus kurzer Distanz keine Mühe.  Kai Fritz war geschlagen – 0:1.

Der VfR nun erst mal wach und immer wieder auf einem guten Weg zum gegnerischen Sechzehner, aber der letzte Ball wollte nicht so recht, wie er sollte.  Einige kleinere Chancen konnten den starken Schlussmann im Tor der Schwarz-Roten nicht beeindrucken, die Pausenführung für den Club ging in Ordnung.

In der Pause sortierte Daniel Weber seine Elf etwas um und das Resultat schlug sich in fühlbar mehr Ballbesitz nieder.  Bevor es aber zu richtigen Torchancen für die Gastgeber kam, machte man sich das Leben selber schwer.  Wir schreiben Minute 57 – ein harmloser langer Ball der Gäste fliegt in den Strafraum – Torwart und Verteidiger behindern sich gegenseitig, der Nürnberger Philipp Hercher bedankt sich und erzielt per Hinterkopf das 0:2 – das tat weh.

Offensichtlich auch der Mannschaft von Coach Weber, denn die bäumte sich nun auf und kreierte Chancen.  Dennis Niebauer versuchte sich in der 66. Minute und kurz darauf nochmal, scheiterte aber beide Male knapp.  Der VfR nun mehr und mehr gezwungen, seine Defensive zu öffnen, um noch irgendetwas zu retten, in dieser verfahrenen Heim-Partie.  Und so kamen die Clubberer auch noch zur ein oder anderen gefährlichen Situation.

Es sah so aus, als wäre die Messe gelesen, bis kurz nach Ablauf der regulären Spielzeit der eingewechselte Orkun Tugbay einen energischen Antritt in den gegnerischen Strafraum wagte.  Torschütze Hercher konnte sich nur mit einem Foul behelfen und Capo Dennis Niebauer verwandelte den fälligen Strafstoß souverän.  1:2 und noch wenige Minuten Nachspielzeit auf der Uhr.  Schwarz und Weiß warf alles nach vorne und schlug das Runde in Richtung des Eckigen.  Es half nicht mehr, ersteres wollte nicht mehr in zweiteres.

Jetzt gilt es am kommenden Samstag die englische Woche doch noch versöhnlich abzuschließen.  Die SpVgg Greuther Fürth II kommt an den See und wir hoffen, dass wieder viele Garchinger folgen und uns bei der nächsten schweren Aufgabe unterstützen.