Zum ungewohnten Termin am Mittwochabend um 17:30 Uhr und auch noch im strömenden Regen trat unsere Erste Mannschaft gegen den bis dato Siebten der Regionalliga Bayern, den FV Illertissen an.  Die Allgäuer sind nach einem Trainerwechsel mit eher bescheidenem Erfolg aus der Winterpause gekommen und standen bis zur Partie auch noch ohne Punktspiel-Sieg da.  Das sollte sich nach Vorstellung von Trainer Herbert Sailer beim Auswärtsspiel in der Universitätsstadt ändern.

Zunächst war es aber die Heimmannschaft, die mit starker Anfangsphase, mehr Ballbesitz und gefälligeren Kombinationen auffiel.  Illertissen in Blau und Weiß bekam kaum einen Fuß auf den seifigen Rasen.  Doch auch die Elf von Daniel Weber wusste aus ihrer Überlegenheit kein Kapital zu schlagen.  Gegen Ende der Hälfte befreiten sich die Gäste ein wenig besser und kamen selbst zu ein paar ausgespielten Angriffen.  Die Schwarz-Weißen hatten aber keine große Mühe, diese Bemühungen der Allgäuer zu unterbinden und selbst die ein oder andere Attacke vorzutragen.  Außer zwei Distanzschüssen von Dennis Niebauer und Orkun Tugbay war allerdings nicht viel zu sehen, was man als richtige Torchance bezeichnen könnte.  Und so ging es Folgerichtig mit einem tristen 0:0 in die Pause.

Doch so langweilig die erste Halbzeit an diesem grauen Mittwochabend gewesen war, so aufregend ging es nach dem Seitenwechsel weiter.  Die Garchinger jetzt mit hohem Tempo und mehr Vorwärtsdrang und gleich auch mit einer ersten hochkarätigen Chance durch Mario Staudigl.  Der hatte sich wunderbar im Strafraum durchgesetzt und das Leder auch erfolgreich an Keeper Kielkopf vorbeigelegt, leider aber auch um wenige Zentimeter am langen Pfosten (48.)

Aufholjagd im Seestadion

Neun Minuten später klappte es dann besser. Lirim Kelmendi hatte wohl vor dem Spiel das Lehrbuch studiert, denn ihm gelang eine mustergültige Flanke auf seinen Kapitän, Dennis Niebauer.  Der abgebrühte 10er ließ sich nicht lange bitten und versenkte zum hochverdienten 1:0 (57.).  Wer nun glaubte, die Hausherren würden durch den Treffer Sicherheit gewinnen und das Spiel von hier ab kontrollieren, sah sich eines Besseren belehrt.  Das Gegenteil war der Fall.  Die Weber-Elf wurde nachlässig und erlaubte Illertissen das eigene Spiel aufzuziehen.  Ein Angriff nach dem nächsten rollte durch die Garchinger Hälfte und es wirkte so, als hätte der VfR überhaupt keinen Zugriff mehr auf die Partie.  Gleich der Erste brachte den Ausgleich durch Strobl nach Stundenfrist und die geschockten Garchinger fingen sich nur sieben Minuten später durch Jann (67.) auch noch den Rückstand ein.

Verkehrte Welt im Stadion am See und die 200 tapferen Fans, die bis dahin ihre Elf mit Getrommel nach vorne getrieben hatten, waren schlagartig still.  Vielleicht war es diese Stille, die das Team an seine Bringschuld erinnerte, denn nach dem Doppelschlag drehte der VfR erst richtig auf und schickte sich an, die drei Zähler doch noch im Münchner Norden zu behalten.  Wie das geht, wussten die Jungs ja aus der Partie gegen den SV Schalding-Heining.

Und es wurde am Ende fast so etwas wie eine Kopie des letzten Heimsiegs.  Nur die Protagonisten waren anderen.  Rettete zuletzt noch „Capo“ Niebauer die Schwarz-Weißen, so war es dieses Mal der Ice-Man.  Manuel Eisgruber netzte in der 74. Spielminute nach gelungener Hereingabe zum Ausgleich ein und weil es so schön war versenkte er in der 90. auch noch nach einer Standard-Situation zum 3:2 Siegtreffer.

Die Zuschauer jubelten wieder und auch der Coach zeigte sich nach dem Spiel nicht unzufrieden, wie seine Equipe mit Moral und Geduld zurückgekommen war.  Für die nächsten Spiele gelte es, „fleißig wie die Hamster“ Punkte zu sammeln, damit einem erneuten Klassenerhalt am Ende nichts im Weg stehe.  Hoffen wir, dass der Trainer – wie so oft – Recht behält.

Das nächste Heimspiel findet am Samstag den 7. April um 14 Uhr gegen die starken Ingolstädter statt.  Wir zählen auf die Hamster-Taktik und freuen uns über rege Unterstützung durch die Fans beim fleißigen Sammeln von Punken.