Das zweite “Endspiel” innerhalb von 4 Tagen gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Spiel das erst wie eine Niederlage aussah, später zum klaren Unentschieden mutierte und schließlich als Sieg endete. Es war ein großartiges Spiel!

Verschlafene Anfangsphase

Daniel Weber hatte es kommen sehen. Nach nur einer Trainingseinheit zur Regeneration vom intensiven Pipinsried-Spiel befürchtete er, dass seine Jungs nicht frisch genug sind, um den Kampf gegen einen direkten Konkurrenten erneut aufzunehmen. Dieser – der SV Heimstetten – reiste nach dem überraschenden Sieg bei den Schweinfurter Profis “mit Flügeln im Gepäck”, ins nahe gelegene Garmin-Stadion am See nach Garching. Die körperliche Belastung war auf beiden Seiten also vergleichbar. Die psychische mit Sicherheit nicht.

Und so legten die Weinroten auch gleich los wie die Feuerwehr. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Torhüter Maxi Engl das erste Mal hinter sich greifen und den Ball aus den Maschen holen musste. Ein harmlos anmutender Freistoß von rechts, auf Höhe der heimischen Trainerbank, mit links getreten, flog halbhoch Richtung Garchinger 16er. Wohl nicht zufällig segelte Heimstettens Winter-Neuzugang Mohamad Awata frühzeitig in die Flanke und versenkte das “Leder” im kurzen Eck. Möglicherweise war der Ball noch von einem Garchinger Spieler abgefälscht. Es sah irgendwie komisch aus. Lange Gesichter auf Garchinger Seite. Da waren einige noch gar nicht richtig auf den Platz und es hieß schon 0:1 (2. Spielminute).

Noch länger wurde die Gesichter, als es keine 10 Minuten später bereits 0:2 hieß. Ein unstrittiges Foul im Strafraum führte zum Elfmeter und der scheinbar sicheren Führung für die Gäste. Kurios an der Stelle: Um Spannung aufzubauen tänzelte Heim-Torhüter Engl vor Ausführung des Strafstoßes auf der Torline auf und ab, und sprang mit beiden Händen gegen die Querlatte. Diese sprang aus der Verankerung, was der konzentrierte Torsteher gar nicht mitbekam. Es half aber alles nicht. Als das Tor wieder ordnungsgemäß aufgestellt war, behielt Schütze Lukas Riglewski die Nerven und verwandelt, wenn auch etwas glücklich, zum 0:2 (13. Spielminute).

Garching nimmt den Kampf spät an

Der VfR brauchte weitere gut 10 Minuten, ehe er den Kampf an- und aufnehmen konnte. Von da an war es ein anderes Spiel. Garching dominierte, Heimstetten reagiert. Phasenweise hochklassig und drangvoll rollten die Angriffe in Richtung Gäste-Tor. Mit wenigen Kontakten und perfekten Laufwegen lief das Rund ein ums andere Mal durch die Reihen. In der 28. Spielminute führte dann einer dieser bärenstark vorgetragenen Angriffe zum verdienten Anschlusstreffer. Simon Seferings war es, der mit seinem ersten Saisontor für den erhofften Impuls sorgte. Endlich der Seferings, möchte man sagen. Ihm selbst tat es wohl am allerbesten, dass er der Mannschaft erstmals mit einem Treffer helfen konnte. Wie entfesselt in Folge sein Spiel.

Alle Weiß-Schwarzen waren jetzt hellwach. Kurz vor Abpfiff der ersten 45 Minuten beinahe der Ausgleich. Nach Ecke von rechts, durch den gut aufgelegten Orkun Tugbay, köpfte Mike Niebauer, aus einer unübersehbaren Situation im 5er heraus, den Ball ans Kreuzeck. Gäste-Torhüter Riedmüller hatte kurze Zeit komplett die Übersicht verloren. Den Nachschuss durch Philipp Walter konnten die Heimstettener mit vereinten Kräften entschärfen. Mit 1:2 aus Garchinger Sich, ging es die Pause.

Weber-Elf dreht das Spiel

Als nach Wiederanpfiff die Temperaturen im Garmin-Stadion immer niedriger wurden und sich der sonnige Frühlingstag langsam verabschiedete, wurde das Spiel zur Flutlicht-Partie. Und hier fühlten sich die Hausherren deutlich wohler als die Gäste. Der VfR bestimmte Tempo, Spielrichtung und Gegner. Nicht, dass die Heimstettener sich keine Spielanteile mehr erspielten. Aber sie hatten nun etwas zu verlieren. Nämlich die Führung. Der anfänglich psychische Vorteil verlagerte sich Minute um Minute auf die andere Seite. Beide Seiten wollten. Aber nur eine konnte auch noch.

Es begann die Simon-Seferings-Show. In der 49. Spielminute das zweite Saisontor der Löwen-Leihgabe. Mike Niebauer flankte punktgenau von halbrechts und Garchings Nr. 6 köpfte unwiderstehlich zum Ausgleich ein. Jetzt war der Bann endgültig gebrochen. Das Spiel schwappte nun hin und her. Heimstetten bäumte sich noch einmal auf, war an diesem Dienstagabend aber in letzter Konsequenz nicht mehr in der Lage dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Das war heute Simon Seferings Aufgabe. Als man sowohl auf Garchinger, als auch auf Gäste-Seite mit einem Unentschieden gut hätte leben können, war Simon noch einmal zur Stelle. Eine Freistoßflanke von Orkun Tugbay fand erneut den Weg zum stürmischen Mittelfeldmotor und der hätte an diesem Abend wohl aus jeder Position getroffen. 3:2 für Garching (85. Spielminute)! Der Jubel war unbeschreiblich.

Wieder hatte es der VfR geschafft, sich auf seine Stärken zu besinnen und einen Rückstand in positive Energie verwandelt. Wieder geht der VfR in einem 6-Punkte-Spiel als Sieger vom Platz und demonstriert eine geschlossene Willens- und Mannschaftsleistung. Und weiterhin gilt: Garching will den Klassenerhalt. Will sich und seinem scheidenden Trainer Daniel Weber einen positiven und denkwürdigen Abschied bereiten.

Gut so. Hört damit bitte nicht auf! Schon kommenden Samstag sind wir wieder alle da, wenn es heißt: Regionalliga Fußball in Garmin-Stadion am See. Danke dafür!

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